Die Alternative zu Parallels kommt von VMWare und heisst Fusion. Nachdem der Versuch einen akzeptablen Parallelbetrieb meiner Vista Bootcamp Installation auf einem MacBook Pro mit Parallels zu erreichen scheiterte, habe ich den Konkurrenten von VMWare ausprobiert.

Der Download ist mehr als doppelt so groß wie Parallels. Die vorliegende Version ist der Release Candidate also noch nicht die Final. Was sich bis zur Final noch ändert, kann ich nicht beurteilen, ich vermute allerdings nicht mehr viel. VMWare bezeichnet die BootCamp Unterstützung von Vista derzeit als experimentell.

Die Installation war ebenfalls schnell erledigt. Nach dem Start von Fusion wird die BootCamp Installation als virtueller Maschine erkannt. Wenn man diese Installation bootet, modifiziert Fusion die Installation und installiert eigene Treiber in das BootCamp Image. Das sorgt bei mir immer für ein etwas ungutes Gefühl.

 Auf jeden Fall bootet Vista und läst sich auch bedienen. Beim ersten Login erkennt Vista eine Menge neuer Hardware z.B. Netzwerktreiber, die vor dem ersten Booten von Fusion in das Image eingeschleust wurden. Als erstes springt die fehlende Transparenz in Aero auf, außerdem ist die Performace natürlich deutlich zäher als per BootCamp direkt gestartet. Beide Virtualisierer nutzen übrigens nur einen Prozessorkern für die virtuelle Maschine.

Ich habe testweise mal Powerpoint gestartet, was dazu führte, daß Powerpoint meinte auf einer neuen Maschine zu laufen und nach Aktivierung fragt. Offensichtlich ändert die Virtualisierung die "Hardware" derart, daß der Aktivierungsmechanismus von Office greift. Da es sich nur um einen Test handelte, habe ich mir verkniffen, die neuen Treiber unter Vista zu installieren. Nachdem ich den virtuellen Rechner heruntergefahren hatte, habe ich per BootCamp Vista nativ gestartet und war gespannt, ob sich irgendwelche offensichtlichen Reste der virtuellen Hardware finden würden. Interessanterweise bootet Vista jedoch ohne Murren und lief völlig normal. Auch Office hat nach dem Reboot vergessen, daß ihm zwischendurch mal virtuelle Hardware untergeschoben wurde.

Fazit: Nachdem ich beide Virtualisierer in Kombination MacOS / BootCamp Vista getestet habe, werde ich mir verkneifen derzeit eine solche Lösung zu nutzen. Parallels funktionierte derzeit gar nicht in meiner Konfiguration, VMWare wäre nur ein Kompromiss. Bei VMWare stellt sich zudem die Frage, wie Office sich im Wechselbetrieb BootCamp / Fusion verhalten würde und unter Umständen durch die jeweils unterschiedliche Hardware immer wieder nach Aktivierung rufen könnte.